Yangoon, Mt Kyeikto und Südmyanmar

Yangon, ehemals Haupt- und immer noch wichtigste Wirtschaftsstadt in Myanmar, war für uns ein wichtiger Stopp um mal wieder einige „Arbeiten“ zu erledigen.

  1. Päckchen zur Post bringen
  2. Reiseführer kaufen
  3. Informationen zur Reisesituation in Südmyanmar einholen

Nach gut drei Stunden auf der Post, wovon wir zwischendurch ca. eine Stunde auf der Treppe vor dem Gebäude sassen und warteten bis die Mittagspause vorüber war, haben wir unser Päckchen aufgegeben. Den Reiseführer haben wir in zwei Buchläden und drei Shopping Centers gesucht und schlussendlich eine uralte, überteuerte Version des „Rough Guides to Southeast Asia“ gekauft. Informationen zur Reisesituation waren schnell eingeholt. „No problem, no need permit“ Ok, cool!

Das alles hat gut einen Tag gedauert und wir hatten noch weitere Tage für etwas Sightseeing. Wir sind doch echt froh, haben wir keinen Termindruck und so viel Zeit wie wir wollen. 🙂

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Die Shwedagon Pagode in Yangoon, überzogen mit 27 Tonnen Gold.

Nach Yangoon ging unsere Reise früh morgens weiter nach Kyeiktiyo und von da zum Golden Rock auf dem Berg Kyeiktiyo. Die Legende besagt, dass König Tissa ein Haar Buddhas von einem Einsiedler erhielt, mit dem Auftrag, dieses in einer Stupa aufzubewahren. Da dies aber für einen König von Tissas Format gar keine Herausforderung gewesen wäre, verlangte der Einsiedler, dass die Stupa auf einen Felsen gebaut würde, der dieselbe Form hat wie sein Kopf. Tissa, der Heldenhafte König, hat diese Aufgabe nach vielen Anstrengungen erfüllt und der Golden Rock ist heute eine der wichtigsten heiligen Städte für die Myanmarischen Buddhisten.

Nachdem wir erfahren haben, dass die Lebensversicherung im Fahrpreis inbegriffen ist (siehe Bild unten), haben wir uns dem Fahrer anvertraut und die 45-minütige Lastwagenfahrt auf den Kyeiktiyo genossen. Die aufwändige Anreise lohnt sich auf jeden Fall. Der Felsen selber wäre nur mässig eindrucksvoll, wenn er nicht rundum mit Blattgold überzogen wäre und aussehen würde als könnte er jeden Moment mitsamt allen Pilgern ins Tal stürzen. Nachdem wir die friedliche Jahrmarktsstimmung auf dem Berg genossen haben machten wir uns auf den tiefen Süden Myanmars zu erkunden.

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„Neinei, wir fahren ganz vorsichtig…“

Wir lieben Zugfahren, weshalb wir in der folgenden Nacht mit dem Zug von Kyeiktiyo nach Ye fuhren. Hätten wir gewusst was diese Nacht uns bringt, wir hätten wohl den Bus genommen! Am nächsten Morgen, noch im Zug, hat es Pam bereits am Ellbogen etwas gejuckt, – jaja, wahrscheinlich ein Mückenstich… Bis zum Mittag, als der Zug in Ye einfuhr, hat nicht nur der Ellbogen, sondern der ganze Körper gejuckt. Wisst ihr, wir haben bereits unsere Erfahrungen mit Bettwanzen gemacht und haben bestimmt kein freundschaftliches Verhältnis zu ihnen, aber dass es sogar Züge mit solchen Mistviechern gibt?!

Da die Gleise von Ye bis nach Dawei in einem sehr schlechten Verhältnis sind (und es blutsaugende Passagiere hat), wollten wir von Ye per Bus weiter reisen. Leider gab es nur noch einen Bus am späten Abend und wir verbrachten einen juckenden, heissen Tag in dieser kleinen, verschlafenen Stadt. Schlussendlich kamen wir morgens um 5.00 Uhr in Dawei an, haben am Busbahnhof drei Stunden geschlafen und uns dann ein Hotel gesucht. Nach der lang ersehnten Dusche und dem nachholen des verpassten Schlafes haben wir uns dann wieder auf die Strasse getraut.

Dawei ist ein kleines Städtchen, hat aber für seine Grösse sehr viele interessante Bauten: Alte, schöne Holzhäuser, steinerne Kolonialbauten und diverse Tempel. Hier konnten wir uns nach den zwei anstrengenden Reisetagen gut erholen. Langsam merkten wir auch etwas vom bevorstehenden Wasserfest, welches am Ende der Trockenzeit jeweils gefeiert wird. Liefen wir zu Beginn noch relativ sorglos durch die Strassen, haben wir bald gemerkt, dass die es wirklich ernst meinen. Mit grossen Wasserfässern und allerlei anderen „Hilfsmitteln“ stand Gross und Klein am Strassenrand bereit um Autos, Motorräder und am liebsten Schweizer Touristen mit Wasser zu bespritzen. Auf Taschen, Haar und Makeup wird keine Rücksicht genommen, wer nicht nass werden will der flieht! 😉

Von Dawei ging es dann weiter nach Myeik und Kawthoung, wo wir das Wasserfest nochmals, diesmal selber angemessen bewaffnet, geniessen konnten. Es war schon amüsant mitzuerleben wie in einer ganzen Stadt eine einzige grosse Wasserschlacht tobte. Am Abend in Kawthoung waren wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnten einen Wettbewerb traditioneller Tänzer mit ansehen. Danach hiess es Abschied nehmen von Myanmar, am nächsten Tag nahmen wir das Schiff über den Fluss und reisten in Thailand ein.

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