Von der Hạ Long Bay nach Sapa

Jeder Touroperator in Nordvietnam hat eine Fahrt mit einer traditionellen Segeldschunke in der Hạ Long Bay oder einen Ausflug in die Bergregion um Sapa im Angebot.

Unterwegs in der Hạ Long Bay

Da wir es jedoch gerne abenteuerlich (und günstig) haben, fuhren wir auf eigene Faust nach Cát Bà, der grössten Insel in der Ha Long Bay. Von dort aus ist es einfach mit Roller, Kayak oder Kreuzfahrtschiff die Bucht zu erkunden. Was wir nicht wussten war, dass für die chinesischen und vietnamesischen Touristen gerade Hochsaison war und es auf der ganzen Insel deshalb von riesigen Reisegruppen nur so wimmelte…

Hier konnten wir einmal genauestens beobachten, wie die westliche und die asiatische Vorstellung von schönen Ferien voneinander abweicht. Man kennt es ja vielleicht schon ein wenig von Europa her, die grossen Reisegruppen, welche bei den Sehenswürdigkeiten kurz anhalten, Selfies schiessen und dann (alle mit denselben Hüten als Gruppe erkennbar) hinter dem Guide mit dem gelben Regenschirm herlaufen.

Es war ganz spannend, alle diese Gruppen zu beobachten. Es wurde gewartet, bis alle bereit waren um mit dem Golfwägelchen zum Strand zu fahren, man spazierte gemeinsam zum Abendessen und die Kinder machten auf ihren Tandems die Promenade unsicher. Obwohl wir unsere Art zu Reisen nicht gegen eine solche Gruppenreise eintauschen würden, müssen wir zugeben, dass diese wahrscheinlich besonders für Familien doch viele Vorteile hat. Die Kinder haben immer jemanden zu spielen, alles ist schön organisiert, man wird kaum übers Ohr gehauen und gegessen wird an Orten die bereits vielfach erprobt sind.

Leider ist das Meer um die Cát Bà Island herum bei genauem Hinschauen gar nicht mehr so schön wie von weitem. Das Wasser ist an vielen Stellen ziemlich trüb, das Abwasser geht direkt ins Meer und Plastik schwimmt teilweise in grossen Mengen herum. Auch auf der Insel selber gibt es Orte, die auf keinem Ferienprospekt abgebildet sind…

Trotz dem, oder vielleicht auch gerade deshalb, haben wir all die schönen Stellen auf der Insel besonders genossen. Die dicht bewaldeten Täler mit riesigen Schmetterlingen oder die versteckten Buchten mit relativ klarem, hellblauem Wasser waren auf jeden Fall sehenswert. Es war ohne Problem möglich, die Insel und die Bucht mit eigenen Fortbewegungsmitteln zu erkunden. So haben wir an einem Tag einen Roller gemietet und sind kreuz und quer über die Insel gefahren und einmal sind wir mit einem gemieteten Kayak in der Gegend herumgekurvt. Dabei konnten wir mit dem Kayak  Hölen und versteckte Buchten erkunden, welche auf anderem Weg nicht erreichbar sind.

Ein absoluter Höhepunkt war der Aussichtspunkt auf der Monkey Island, von wo aus wir die unzähligen keinen Inseln, für die die Hạ Long Bay bekannt ist, viel besser sehen konnten als von der Wasseroberfläche aus.

Sapa

Von der Hạ Long Bay im Nordosten von Vietnam fuhren wir nach Sapa im Nordwesten. Diese Gegend ist bekannt für ihre hügelige, mit Reisterrassen überzogene Landschaft und die vielen ethnischen Minderheiten welche diese bewirtschaften. Bereits die Anreise nach Sapa führte uns durch malerische Täler mit grünen, braunen und gelben Feldern, vorbei an kleinen Dörfchen mit Bambushütten und Menschen welche die traditionellen Gewänder der lokalen Minderheiten trugen. Die etwas kühlere Luft war ganz angenehm und wir haben einige Spaziergänge durch das kleine Städtchen oder zu einem der nahegelegenen Dörfer unternommen. Eigentlich ist Sapa vor allem beliebt wegen den vielen verschiedenen Trekkingmöglichkeiten. Da wir aber nur noch zwei Tage in Vietnam zur Verfügung hatten, verbrachten wir die Restliche Zeit mit Lesen, den letzten vietnamesischen Kaffee trinken und Phở (vietnamesische Nudelsuppe) essen.

In Sapa verabschiedeten wir uns von Vietnam, da wir direkt von dort aus mit dem Bus nach Laos fuhren.

One thought on “Von der Hạ Long Bay nach Sapa

  1. Liebes Pami, lieber Sevi
    ich kann fast nicht einordnen, wie lange ihr bereits unterwegs seit. Immer wieder diese tollen, interessanten, gut vorstellbaren und super formulierten Berichte – da staune ich jedesmal, auch wenn ich erst das 2. Mal antworte…
    Ich bin gespannt auf die Laos-erfahrungen, alles was ihr dort erlebt.
    Wann kommt ihr eigentlich wieder mal in die Nähe?!
    Eine herzliche Umarmung, hebet eui sorg
    Elsbeth

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