Welcome to Tabriz, welcome to Iran

Vom Grenzübergang Nordooz bis Tabriz

Jetzt sind wir also in Iran. Der Grenzübertritt am Grenzübergang Nordooz war einer der angenehmsten den wir bisher erlebt haben. Wir hatten echt das Gefühl, dass sich jeder Grenzsoldat und jeder Zollbeamte aufrichtig freut, dass wir nach Iran kommen. Noch an der Grenze haben wir unsere restlichen Dram und die ersten 100 USD in Iranische Rial gewechselt. Da man für 1 USD rund 35’000 IRR erhält, waren wir plötzlich Multimillionäre. Ok, soweit mal kein schlechter Start.

Wir haben uns vorgenommen in Iran aufs Hitchhiken zu verzichten, da dies für Frauen eher als unangemessen gilt, selbst in Begleitung eines Mannes. Darum mussten wir von der Grenze aus ein Taxi nach Jolfa, der nächsten Stadt nehmen. Busse gibt es an diesem abgelegenen Grenzübergang nämlich nicht. Nach einigem Handeln fanden wir einen Fahrer der uns für rund 15 CHF die 120 km bis zum Busterminal brachte, von wo aus wir problemlos einen Bus nach Tabriz fanden. Tabriz ist die grössten Stadt im Nordwesten Irans und die Hauptstadt der Provinz West Azerbaijan.

Welcome, Welcome!

Wir fühlten uns sofort wohl dort, was vielleicht daran lag, dass wir auf der Strasse von unzähligen Menschen angesprochen und willkommen geheissen wurden. Alle wollten wissen woher wir kommen, was wir in Iran machen und natürlich ob wir verheiraten seien und schon Kinder haben. Und immer wieder: „Welcome to Tabriz! Welcome to Iran!“. Über die Leute gibt es so viel zu berichten, das gibt mindesten noch einen weiteren Bericht, aber so viel im Voraus: So viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft haben wir noch nie erlebt!

Tabriz ist berühmt für seinen Bazar. Es ist der gösste überdachte Bazar in ganz Iran und gilt als das Zentrum des Teppichhandels. Und Teppiche haben wir gesehen! Ob einem nun Perserteppiche gefallen oder nicht, aber ein handgeknüpfter 15m2 Teppich aus Seide und Wolle ist einfach eindrücklich. Da es in Tabriz kaum Touristen gibt, gibt es auch keine Läden im Bazar, welche sich auf Touristen eingeschossen haben. Dies machte den Besuch des Bazars im Vergleich zu dem in Istanbul sehr angenehm, weil uns nie irgendjemand in seinen Laden ziehen und uns etwas aufschwatzen wollte. Es ist sogar eher schwierig etwas zu kaufen, da viele Händler kein Englisch können.

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Teppichbazar in Tabriz

Aus demselben Grund ist auch das finden einer Unterkunft eher schwieriger hier. Edle und teure Hotels gibt es viele und zu diesen weisen einem die Einheimischen liebenswürdigerweise auch immer wenn man sie fragt. Aber die günstigen Gasthäuser (moshaferkhaneh) sind überhaupt nicht auf westliche Touristen eingestellt und oftmals nur in Farsi beschriftet.

Entlang dem Kaspischen Meer

Von Tabriz aus machten wir uns auf ans Kaspische Meer, das eigentlich gar kein Meer sondern der grösste See der Welt ist. Die nördlichen Provinzen zwischen dem Alborz Gebirge und dem Kaspischen Meer, Gilan, Mazanderan, und Golestan, sind vom Klima her subtropisch und somit überhaupt nicht „typisch iranisch“. Gilan, die am dichtesten Besiedelte Provinz Irans, gilt als das Zentrum des Teeanbaus. Da wir seit der Türkei zu richtigen Chai-Junkies geworden sind, war der Besuch des Teemuseums in Lahijan ein Muss. Leider wurde wegen des Dauerregens aus den Wanderungen durch die Berge und Teeplantagen nichts. Von Lahijan war es nur eine kurze Taxifahrt bis Ramsar wo wir auf Armin und die beiden Mohammeds trafen, mit denen wir anschliessend zwei Tage lang unterwegs waren. Doch davon später mehr.

Wohl auch dank des herzlichen Empfangs, haben wir uns in Iran sofort wohl gefühlt und waren gespannt darauf, was uns das Land noch alles bieten wird.

5 thoughts on “Welcome to Tabriz, welcome to Iran

  1. Liebe Pämi, lieber Sevi,
    wenn wir eure Kommentare lesen und die Bilder anschauen, dann leben wir mit euch und freuen uns mit euch.
    Und insgeheim regt sich der Wunsch, euch ein Stück weit zu begleiten und die vielen Eindrücke ‚live‘ zu teilen. Aber eben: für uns reicht es gerade noch in die Seniorenwoche ins Credo!!
    Es ist ja unglaublich was ihr erlebt und die tollen Begegnungen, die ihr machen dürft. Wir denken viel an euch und wünschen euch für die Weiterreise von Herzen alles Gute. Seid Gott befohlen und geniesst die tolle Zeit. Wir sind gespannt, wie ihr Weihnachten erlebt und wo wir euch das nächste Mal antreffen.
    Mit einem herzlichen Gruss, Martin & Marianne

    1. Liebe Marianne, lieber Martin,
      Besten Dank für eure Zeilen. Es ist schön wenn ihr so an unserer Reise teilhaben könnt.
      Wir sind nun im Oman und werden Weihnachten hier verbringen. So richtig in Stimmung sind wir aber nicht…
      Tja, vielleicht reicht es ja für ein „Oh du Fröhliche“ irgendwo in der Wüste.
      Ganz liebe Grüsse, Sevi und Pämi

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