Türkei – Der Nordosten

Nach unseren „Ferien“ in Kappadokien sind wir nun wieder mit Sack und Pack unterwegs. Wir waren überpünktlich, der Bus auch und schon ging die Fahrt los von Avanos Richtung Kayseri. Bei dieser Busgesellschaft wurden wir sogar mit einem Kaffee (Nescafe, 3 in 1) verwöhnt, was wir natürlich echt genossen haben.

Gegen Mittag erreichten wir Kayseri und kümmerten uns gleich darum, vom Otogar (Busbahnhof) zum Bahnhof zu gelangen, da wir endlich wieder einmal Zug fahren wollten. Zum Glück sind die türkischen Strassen voll von lieben Menschen, die es sich zur Aufgabe machen verlorene Touristen zu retten und Ihnen den Weg zu zeigen. So zeigte uns auch in Kayseri jemand den Weg durch die Stadt und führte uns beinahe bis zum Bahnhof, wo wir uns nach dem Zug erkundeten der uns nach Erzincan bringen soll.

Leider gehört es in der Türkei offensichtlich zum Jobprofil eines Angestellten am Bahnschalter desinteressiert und unfreundlich zu sein, was die Informationsbeschaffung sehr erschwert. Trotz allem erfuhren wir wann der Zug fahren sollte (00:53 Uhr) und suchten einen Ort um unser Gepäck bis dahin zu lagern. Eine liebe Frau, sie arbeitete wohl nicht bei der Bahn, hat uns dann ein Plätzchen beim Bahnhofsrestaurant organisiert, wo wir unsere Rucksäcke gegen ein kleines Entgelt deponieren konnten.

Nach „Ich hab Hunger und brauche etwas zu essen“ (Sevi) und „Ich brauche zwei neue T-Shirts weil eines der alten Löcher hat“ (Pam) haben wir uns den Rest des Tages in einem Internetcafé eingerichtet um wichtige Artikel zu veröffentlichen und Antworten auf Kommentare von euch zu schreiben.

Nach einer halben Nacht und einem Vormittag im Zug kamen wir in Erzincan an. Von dort wollten wir den Bus nach Trabzon nehmen, da es dorthin keine Zugverbindung gibt. Am Bahnschalter wurden wir informiert, es gäbe keinen Otogar in Erzincan, was wir nicht glaubten und uns deshalb einfach Richtung Citycenter (etwa dort wo die hohen Häuser sind) aufmachten. Auch hier gab es wieder liebe Menschen, die uns den Weg wiesen, die richtige Minibusnummer nannten und uns zur Haltestelle führten. Am Otogar (es gibt ihn also doch!) angekommen war es wieder Zeit für „Ich hab Hunger und will was essen“. Danach begann eine rasante Fahrt in einem kleinen Bus Richtung Trabzon.

Die Landschaften durch die wir auf dieser Reise mit Zug und Bus gefahren sind, waren Atemberaubend. Zuerst waren es noch karge Hügel und Felsen in den schönsten Farben, danach schlängelten sich Flüsse durch die Landschaft und Stauseen reihten sich aneinander. Zum Schluss, in der Nähe der Schwarzmeerküste erhob sich ein Küstengebirge mit stark bewaldeten Höhen, welche in allen Herbstfarben leuchteten.

Als wir am Abend in Trabzon ankamen, machten wir uns auf die Suche nach dem Hostel, dessen Adresse wir herausgesucht haben. Leider liess sich der Ort auch mit fremder Hilfe nicht finden und wir kämpften uns noch eine Zeit lang durch die hügeligen Strassen Trabzons. Da wir schlussendlich zu müde waren um weiterzusuchen, nahmen wir einfach die erste Unterkunft die wir fanden. Es war ein, für unsere Verhältnisse, sehr edles Hotel, in dem der Page sogar unsere Rucksäcke aufs Zimmer brachte und es zur grossen Freude Pams so kleine Shampoos und Seifen in der Dusche hatte. Umso mehr haben wir aber die Nacht in diesem Hotel genossen und königlich geschlafen.

In Trabzon blieben wir drei Nächte (natürlich nicht alle im teuren Hotel), kümmerten uns um die Einreiseformalitäten für den Iran, planten die Route für Georgien und genossen unsere letzte Stadt in der Türkei, sowie die letzten Kebabs.

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