Welcome to the Jungle

An was denkst du, wenn du Kambodscha hörst?

Angkor Wat? PolPot und die Khmer Rouge? Minenfelder? Unberührte Sandstrände? Apocalypse Now? oder ein Trekking in Banlung? Neben den Tagen in Phnom Penh haben wir auch einige Zeit in Siem Reap und in Banlung verbracht. Für uns bedeutet Kambodscha deshalb, neben all den bereits genannten Stichworten, auch Dschungel. Dichter, grüner, dampfend heisser Dschungel.

Auch wenn du noch nie von Siem Reap gehört hast, Bilder von Angkor Wat und den umliegenden, halb zerfallenen Tempeln hast du sicher schon gesehen. Das Volk der Khmer baute zwischen dem 10. und dem 14. Jahrhundert gewaltige Tempel und Palastanlagen. Ursprünglich zu Ehren verschiedener hinduistischer Gottheiten errichtet, wurden die Tempel später für buddhistische Zeremonien verwendet. Nach dem Untergang des Khmerreiches im 14. Jahrhundert fielen diese Anlagen in Vergessenheit und nach und nach eroberte der Dschungel das Gebiet zurück.

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Der Baum scheint zu gewinnnen…

Erst im Jahr 1860 begannen die ersten westlichen Forscher die Anlagen zu untersuchen. Heute sind diese Tempel eine der wichtigsten touristischen Attraktionen Kambodschas und ziehen jedes Jahr mehrere Millionen Besucher nach Siem Reap. Obwohl der Eintrittspreis für unser Budged happig war, haben wir den Tag, an dem wir die Tempel erkundeten sehr genossen. Mit einem Mietmountainbike lassen sich die verschiedenen Orte gut an einem Tag besuchen. Einige der Tempel sind immer noch komplett vom Dschungel überwuchert und es fühlt sich an als ob man hinter jedem Baum wieder einen Eingang zu einem anderen historischen Schatz entdecken könnte. Es gibt so viel zu sehen, Verstecke zu finden, Gewächse in den kuriosesten Formen zu bestaunen, Tempel die gegen Bäume kämpfen und Bäume die gewinnen.

Unser zweites Dschungelerlebnis hatten wir ganz im Nordosten, in der Provinz Rattanakiri. Banlung, der Hauptort dieser Provinz ist der Ausgangspunkt für viele Trekkingtouren in den Urwald dieser Region. Auch wir haben uns entschieden eine dreitägige Tour zu unternehmen. Am ersten Tag fuhren wir mit einem Boot auf dem Fluss Kaoh Horai bis zu einem kleinen Dorf und von dort aus ging es dann zu Fuss weiter. Es war eine ziemliche Herausforderung, nicht etwa weil es grosse Höhenunterschiede oder viele Kilometer waren, sondern da sowohl die Luftfeuchtigkeit als auch die Temperatur extrem hoch waren. Dennoch war es ein super Erlebnis zwei Tage kreuz und quer (so ist es uns zumindest vorgekommen) durch den Urwald zu wandern. Es ist kaum vorstellbar, wie dicht und undurchdringlich der Wald stellenweise sein kann. Obwohl diese Tour regelmässig durchgeführt wird, musste sich unser Guide teilweisen den Weg mit der Machete freihacken, da in der Zwischenzeit wieder irgendwelche Ranken über den Pfad gewachsen waren. Die Mahlzeiten wurden in Bambusrohren über dem Feuer gekocht und geschlafen haben wir in der Hängematte. Schon beim Zubereiten des Nachtessens wollten unsere Guides keine Hilfe annehmen (Nein, ihr könnt das nicht – lasst uns nur machen) und wir haben so gut gegessen und geschlafen, dass wir uns fast im edlen Hotel wähnten.

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Ausblick aus dem „Schlafzimmer“ während dem Trekking in Banlung

Zum Frühstück erhielten wir sogar Rührei und Kaffee, welcher natürlich im Bambus gefiltert war! Wir wissen jetzt auch, dass Lianen Alleskönner sind. Der Saft ist trinkbar, man kann sich an ihnen über Flüsse und Wege schwingen und sie am Abend als gemütliche Schaukel und Wäscheleine nutzen. Wir haben die Zeit im kambodschanischen Dschungel trotz der Hitze in vollen Zügen genossen und würden eine solche Tour sofort wieder unternehmen.

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