Zu Gast bei Freunden

Unsere Reise von Ramsar bis Sari, dem Kaspischen Meer entlang, wurde vor allem durch die tolle Zeit geprägt, die wir mit Armin, Mohammed I, Mohammed II und Zamzam verbrachten.

Wir haben Armin und seine Freunde Mohammed (I & II) durch Zufall vor einem Restaurant in Ramsar getroffen und wurden natürlich sofort in ein „Hello my friend, where are you from? – Gespräch“ verwickelt. Nach den ersten paar Sätzen folgte aber auch schon eine Einladung zum Essen in der WG von Mohammed I und seinem Kollegen. Nach kurzem europäischem Zögern haben wir uns zusammen mit Jörg, einem österreichischen Backpacker den wir unterwegs getroffen haben, entschieden zuzusagen. Wir waren der Meinung, dass wir uns ein Nachtessen in einer iranischen Studenten WG nicht entgehen lassen können. Mohamed I studiert an der Universität in Ramsar. Armin und Mohammed II wahren für ein paar Tage (es waren gerade religiöse Feiertage) zu Besuch bei ihm.

Unsere Gastgeber haben uns pünktlich beim Hotel abgeholt und zu Mohammed I nach Hause chauffiert. Sie haben noch gewitzelt, dass wir ja Europäer sind, und sie sich deshalb die Mühe gemacht haben pünktlich zu erscheinen. Nun sitzen wir also zu sechst in der Küche am Boden, Mohammed II rüstet hingebungsvoll Salat und auf dem Herd kocht das Spaghettiwasser. Wir reden über unsere Berufe, unsere Familien, unsere Kultur und unseren Glauben und merken gar nicht wie schnell die Zeit vergeht. Wir essen und reden weiter, trinken Tee und reden und schlussendlich sind wir bei der obligatorischen Wasserpfeife angelangt und die Gesprächsthemen sind uns immer noch nicht ausgegangen. Im Laufe des Abends haben wir auch erfahren, dass Armin und Mohammed am nächsten Tag wieder nach Hause fahren werden, und dies genau in unserer Reiserichtung liegt. Schnell war abgemacht, dass Sie uns ein Stück mitnehmen würden.

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Im Marmorpalast der Palahvis in Ramsar

Am nächsten Morgen haben wir ein feines Frühstück auf der Terrasse des Hotels mit Blick auf das Kaspische Meer genossen. Wie verabredet sind Mohammed II und Armin in ihrem kleinen Peugot erschienen und wir haben unsere drei Rucksäcke in den Kofferraum gepackt und uns auf die Rückbank gequetscht. Natürlich wollten uns unsere beiden Freunde aber nicht einfach nur von A nach B fahren, sondern auch ihr Land zeigen. So fuhren wir zusammen zum Marmorpalast der Palahvis (die Dynastie der letzten Shahs) in Ramsar, wo wir die Opulenz der Räume und die Süsse der königlichen Orangen genossen. Weiter ging die Fahrt Richtung Osten, wo wir an einem schönen Fluss inmitten von bewaldeten Hügeln eine kleine Suppenküche fanden. Gegen Abend erreichten wir dann die kleine Stadt Nur, wo wir uns etwas ganz seltenes gönnten…

Da Mohammed II und Armin uns bereits am Vorabend zum Nachtessen bekocht und uns auch auf der ganzen Fahrt immer eingeladen hatten, wollten wir unsere beiden Freunde zum Nachtessen einladen. Das an sich wäre ja nicht so aussergewöhnlich, wenn die beiden nicht Iraner wären. Diese bestehen nämlich im Normalfall darauf alles, immer für ihre Gäste zu bezahlen und etwas anderes ist nur mit Gewalt oder List möglich. Da wir Armin und Mohammed ziemlich lieb gewonnen haben, haben wir uns für letzteres entschieden. Während Armin von Jörg in ein Gespräch verwickelt wurde, hat Sevi klammheimlich die Rechnung bezahlt. Als Armin und Mohammed dies später bemerkten, waren sie zuerst völlig überrascht und haben uns dann erfreut erklärt, dass sie so etwas höchstens von einem anderen Iraner, aber sicher nicht von Westlern erwartet hätten.

Am nächsten Morgen gab es für uns eine Überraschung. Wir haben Zamzam, Armins Freundin kennengelernt und zu dritt haben Sie uns mit einem typisch iranischen Morgenessen (Fladenbrot, Sahne und Konfitüre, Ei und Cream Cheese) überrascht. Auch an diesem Tag wollte uns Armin etwas von seinem Land zeigen und wir machten uns auf in den Wald. Nach einer kurzen Autofahrt erreichten wir einen schönen, kleinen See inmitten von waldigen Hügeln. Da es die letzten Tage immer mal wieder stark geregnet hatte, war der Boden recht sumpfig. Obwohl wir nach unserem Spaziergang dem See entlang komplett verschlammt waren, haben wir es genossen wieder einmal etwas in der Natur draussen zu unternehmen. Bevor wir am Abend Abschied nahmen von unseren iranischen Freunden, haben wir noch ein weiteres Mal erlebt was T’aarof wirklich bedeutet. Doch dazu später mehr, es sei erst so viel verraten: Pam hat jetzt einen zweiten Rucksack.

3 thoughts on “Zu Gast bei Freunden

  1. Unsere lieben seit herzlich gegrüsst das freut mich das ihr freudschafen habt und es euch gut ergehen darf viel freude hab dank für all die info seit gesegnet in liebe verbunden

  2. Hi Pam, Hi Sevi. Just sending you my greetings. Thank you for the beautiful pictures and stories. I am discovering so much things through your posts. Very exciting trip of yours.
    Wishing you the best and looking forward to reading more on your journey.
    Stay blessed
    Boundia

    1. Hi Boundia
      Thank you for the comment, so nice to hear from you again. We’re happy if you like our posts, we also enjoy writing them 🙂
      We wish you all the best.
      Stay blessed
      Sevi & Pam

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