Persepolis

Es war in der Dämmerung als wir in Shiraz am Busbahnhof ankamen. Im Dunkeln suchten wir uns ein Hotel und waren froh, als wir ein günstiges Zimmer inkl. Bad fanden. Da sogar der Hotelflur als öffentlicher Bereich gilt, war Pam verpflichtet sich dem Gesetz entsprechend zu kleiden sobald sie das Zimmer verliess. Deshalb leisteten wir uns in Iran oftmals ein Zimmer mit Bad, um die Morgentoilette zu vereinfachen.

Shiraz selber hat uns eigentlich nicht so begeistert, wobei wir wahrscheinlich auch zur falschen Zeit dort waren. Die Stadt ist für ihre vielen persischen Gärten bekannt und ist deshalb vor allem im Frühling sehr attraktiv. Was uns nach Shiraz zog war Persepolis, eine archäologische Ausgrabungsstätte, welche einige Kilometer nördlich der Stadt liegt. Es handelte sich dabei um die alte Palaststadt der Achämenidischen Herrscher. Um zum Eingang zu gelangen, führt man eine lange Allee entlang und kann so schon von weitem den Treppenaufgang zu beiden Seiten der hohen Aussenmauer und die ersten Säulen ausmachen. Persepolis wurde von Darius I gegründet, sowie von seinen Nachfolgern Xerxex, Artaxerxes I und Artaxerxes II erweitert.

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Das Tor aller Nationen

Wir betraten die Palastanlage durch das Tor aller Länder, welches uns speziell gut gefallen hat. Die Besucher aus allen Ländern des Persischen Grossreiches haben dadurch jeweils Eintritt zum Palast gefunden. Das Tor ist flankiert von zwei Löwenkörpern mit Menschenköpfen, welche einen beim Eintreten majestätisch, von oben herab anblicken. Wendet man sich danach nach rechts, findet man den Aufgang zur Apadana, in welchen die Abbildungen der Völker eingraviert sind, die den Achämeniden tributpflichtig waren. Selbst als Laien konnte man bei den verschiedenen Delegationen klare Unterschiede erkennen. Mal war ein Helm gerundet mal hatte er die Form eines Zylinders und auch die Frisuren waren klar zu unterscheiden. Alle hatten Geschenke dabei, die von Gefässen mit Kostbarkeiten über Stoffe bis hin zu Pferden und Kamelen reichten. Die Vorstellung, dass die Künstler vor ca. 2’500 Jahren bereits so detailgetreu waren ist schon bewundernswert.

Nach Shiraz zogen wir zu unserer letzten iranischen Station, nach Bandar Abbas. Vor allem im Winter ist das ein beliebter Ferienort für die Iraner, da es im Süden am Persischen Golf liegt und angenehm warm ist. Es war also gerade Hochsaison und die Hotels auch dementsprechend ausgebucht. Nach langem herumsuchen haben wir aber doch noch etwas Freies in unserer Preisklasse gefunden. Hier haben wir vor allem den Strand, die Sonne und die letzten Begegnungen mit den iranischen Menschen genossen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nahmen wir Abschied von Iran. Dieser Monat, den wir hier verbracht haben ist so schnell vergangen und wir würden gerne noch länger belieben. Wir sind auch gar nicht sicher was wir uns für dieses Land wünschen sollen, einerseits mögen wir es den Menschen von Herzen gönnen, wenn das Land nicht mehr so isoliert ist und sich modernisieren kann. Andererseits hat genau diese Isolation wahrscheinlich dazu beigetragen, dass wir so intensive Erlebnisse machen konnten.

Unsere Fähre nach Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten fährt über Nacht und wir freuen uns riesig darauf. Wir sind auf dieser Reise noch nie mit einem Schiff in ein fremdes Land gefahren. 🙂

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