Oman, Weihnachten in der Wüste

Muscat, die Hauptstadt Omans ist keine Stadt im traditionellen Sinn, sondern vielmehr ein karger Landstrich mit vielen felsigen Hügeln, auf dem die vielen kleinen Dörfer zu einer Stadt zusammengewachsen sind. Wir haben uns im Stadtteil Ruwi, in einem Hotel einquartiert. Wie Dubai ist auch Muscat nicht wirklich für Fussgänger geeignet, dafür gibt es hier aber wieder sehr günstige Sammeltaxis, welche einem überall hinbringen.

Unser wichtigstes Ziel in Oman war, ein Touristen Visum für Indien zu erhalten. Da wir das Visum nicht in unserem Heimatland beantragten, war dies eine ungewöhnliche Sache und wir mussten uns dafür etwas Zeit nehmen. Nachdem wir jedoch genügend Geld, die richtigen Passfotos, unzählige Formulare und eine schriftliche Erklärung für unser Vorgehen eingereicht hatten, galt es abzuwarten.

So hatten wir drei Tage Zeit, in denen wir in Richtung Süden an die Küste hitchhikten und uns einen ruhigen Strandabschnitt suchten. Hier haben wir unser Zelt aufgeschlagen und drei wunderbare Tage am Meer verbracht. Wir sammelten „Schätze“, badeten und haben gelesen. Das war nach dem Kulturschock der Vereinigten Arabischen Emirate, und nach dem Stress mit dem Indienvisum genau das Richtige für uns.

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Camping am omanischen Strand

Im Oman haben wir auch Weihnacht gefeiert und das ging so: Kurz entschlossen wurde der 23. Dezember zu unserem Weihnachtsabend erklärt und wir haben uns das traditionelle Weihnachtsessen im nahe gelegenen Hypermarket gekauft – italienische Antipasti mit Fladenbrot. Zum Dessert gab es die feinen, roten Lindorkugeln und die Weihnachtsgeschichte. Zum Ambiente beigetragen hat auch die Eine oder Andere Weihnachtsplaylist auf unserem iPod. Besten Dank 😉 . Ansonsten war Weihnachten dieses Jahr nicht so spektakulär, natürlich vor allem da die Familie fehlte. Dies hatte aber auch sein Gutes, da unsere Herzen sonst wohl noch wehmütiger geworden wären.

In Muscat selber sind wir nicht nur auf der faulen Haut gelegen, sondern haben auch die Stadt etwas erkundet. Im alten Souq haben wir die schönen Läden bewundert und uns etwas über die vielen Kreuzfahrttouristen amüsiert, welche sich von den Verkäufern über den Tisch ziehen liessen. Da wir aber wussten, dass es uns wahrscheinlich in den meisten Fällen genau gleich geht, hat sich unsere Schadenfreude sehr in Grenzen gehalten…

Was wir besonders genossen haben, war unser täglicher Cappuccino im Costa. Vor allem nach dem Iran, wo es kaum Kaffee sondern hauptsächlich Tee gibt, hat das richtig gutgetan. Alles in allem hat uns Oman ziemlich gut gefallen. Wir haben jedoch gemerkt, dass sich das Land nicht so gut für Rucksacktouristen eignet, da man ausserhalb von Muscat ohne eigenes Auto kaum irgendwohin kommt. Aber in einigen Jahren ein Auto mieten um das Land ein wenig genauer zu erkunden, das könnten wir uns gut vorstellen.



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Nacht zehn Tagen in Oman hatten wir unser Indienvisum in der Hand und machten uns auf an den Flughafen, um unseren ersten Flug auf dieser Reise anzutreten. Das markierte ganz klar einen neuen Abschnitt für uns. Wir verliessen nun die muslimischen Länder und machten uns auf Richtung Südasien. Nun erwartet uns Indien, eines der Länder auf das wir besonders gespannt sind. Wir erwarten Chaos in allen Bereichen des Lebens, aber auch spannende Begegnungen und viele neue Düfte und Geschmäcker.