Nong Khiaw – Luang Prabang einfach

Nachdem wir Sapa mit dem Nachtbus verlassen haben, erreichten wir nach einer langen aber Ereignislosen Busfahrt Muang Khua in Laos.

Vielleicht sollten wir an dieser Stelle noch erklären wieso wir überhaupt in Laos gelandet sind…
Vor einigen Wochen, noch in Kambodscha, haben wir uns entschieden nicht nach Südamerika zu fliegen, sondern unsere grösstenteils über Land geführte Reise auch in diesem Stil weiter zu planen. Wieder auf dem gleichen Weg zurück in die Schweiz wäre aber irgendwie Langweilig, haben wir gedacht und uns darum entschieden über China und die Stan-Länder Zentralasiens nach Hause zurückzukehren. Soweit so gut. Da wir aber natürlich kein Chinesisch sprechen und China ja auch nicht gerade als Reiseland für westliche Backpacker berühmt ist, war es für uns wichtig einen Reiseführer zu organisieren. Nach einigem Recherchieren im Internet haben wir herausgefunden, dass wir bei Amazon einen Reiseführer bestellen und postlagernd nach Kunming in China senden lassen können.

„Dieser Versand dauert aber mindestens einen Monat und wir müssen Vietnam in zwei Wochen verlassen!“

„Ok, kein Problem. Wir kriegen in Laos ein Gratisvisum für 15 Tage bei der Einreise. Dort lässt es sich sicher für zwei Wochen aushalten.“

Gesagt, getan. So kamen wir also im Norden von Laos an und hatten 15 Tage Zeit dieses wunderschöne Land zu erkunden.

Unser schon völlig zerfetzter aber unbezahlbarer *Rough Guide* enthielt einen Hinweis, dass es möglich sei von Muang Khua aus mit einem Schiff auf dem Nam Ou rund 70 Kilometer nach Süden, nach Nong Khiaw zu fahren. Da wir in letzter Zeit viel Bus gefahren sind tönte das nach einer attraktiven Alternative. Glücklicherweise hatten zwei andere Backpacker die gleiche Idee, was die ganze Geschichte ein wenig günstiger für alle machte. Die Fahrt auf dem Nam Ou war super schön und führte teilweise durch den Urwald, manchmal an imposanten Karstfelsen und immer wieder an verschlafenen kleinen Dörfchen vorbei. Als wir am Abend in Nong Khiaw ankamen hatten wir irgendwie noch gar nicht genug von diesem Fluss…

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Ausblick auf Nong Khiaw

Nong Khiaw gilt als guter Ausgangspunkt für verschiedene Ausflüge ins Umland und ist deshalb der Standort unzähliger Trekkingagenturen. Viele dieser Unternehmen bieten eine dreitägige Kayaktour auf dem Nam Ou an, von Nong Khiaw bis nach Luang Prabang, dem wohl berühmtesten Ort in Nordlaos.

Wir hatten genügend Zeit, der Fluss gefiel uns und das ganze sah nach einem guten Abenteuer aus, also haben wir nicht lange gezögert und diese Tour gebucht. Bereut haben wir es nicht!

Am ersten Morgen trafen wir uns um acht Uhr mit unserem Giude Moon, dem selbsternannten „King oft the Nam Ou“. Ihn als Giude zu haben war definitive ein Glückstreffer. Mit seinen 42 Jahren bedeutend älter als der durchschnittliche Giude, hatte er aber unglaublich viel Erfahrung, sowohl mit dem Führen von Kayaktouren, als auch mit dem Leben, welches sich am und auf dem Fluss abspielte.

Der erste Tag bestand hauptsächlich aus gemütlichem Rudern, da der Fluss wegen eines hydroelektrischen Dammes kaum Strömung aufwies. Die darauffolgenden zwei Tage waren aber teilweise sehr abenteuerlich, mit Stromschnellen, welche unsere ganze, nichtvorhandene Erfahrung forderten.

Übernachtet haben wir beide Nächte in kleinen Dörfern entlang des Flusses, in den Bambushäusern lokaler Familien. Dies hat uns einen eindrücklichen Einblick in den einfachen Alltag der laotischen Bauern gegeben. Als wir am Morgen des zweiten Tages gemütlich vor der Bambushütte sassen, unseren Kaffee tranken und den Dorftieren beim Aufwachen zusahen, haben wir kurz gedacht, dass wir es uns noch vorstellen könnten hier zu leben.

Aber eigentlich auch wieder nicht, denn das Ehepaar bei denen wir einquartiert waren, war bereits um vier Uhr morgens aufgestanden um den dreistündigen Weg bis zu Ihrem Feld, wo sie Sticky Rice anpflanzen, unter die Füsse zu nehmen. Dort angekommen, werden sie den ganzen Tag in der Sonne Arbeiten, und wenn diese untergegangen ist den Rückweg antreten. Auf diesem Rückweg werden sie im Schein der Taschenlampe noch wilde Kräuter und Früchte sammeln und wenn sich die Gelegenheit bietet mit dem selbstgebauten Gewehr wildern. Nach der Ankunft Zuhause, etwa um 21:00 Uhr, heisst es Nachtessen zubereiten, schlafen und am nächsten Morgen wieder um vier raus. Als Tourist vergisst man sehr schnell wie hart der Alltag der Landbevölkerung ist, wenn man nur kurz mit dem Kayak vorbeirudert…

Einmal hat Pam noch die wichtige Erfahrung gemacht, dass nicht alles was durchsichtig ist Wasser ist. Als sie nämlich am frühen Morgen einen Schluck aus der Wasserflasche auf dem Esstisch nahm, machte sie ein überaus bestürztes Gesicht. Es war der Energydrink unseres Guides Moon, welcher von seinen Freunden gelegentlich Moonshine genannt wird. Sein hochprozentiger, selbstgebrannter LaoLao. Aber keine Angst: “You’ll be sipping Lates in Luang Prabang in no time!“

Nachdem wir drei Tage permanent durchnässt waren, einen soliden Muskelkater hatten und um unzählige Eindrücke reicher waren, kamen wir am Abend des dritten Tages in Luang Prabang an, wo wir sofort begannen uns zu „entdschungeln“.

Unterkunft Nong Khiaw
Joy Guesthouse: Auf der östlichen Seite der Brücke, das erste Guesthouse links. 4$ pro Nacht im Bamboobungalow mit eigener Toilette.
Kayaktour
NK Adventures: Westlich der Brücke, neben Delilahs Restaurant (gut für Frühstück).