Nagaland, Goodbye India

Nachdem wir unser Myanmarvisum und die Bewilligung für den Grenzübertritt in der Tasche hatten, machten wir uns auf dem schnellsten Weg auf nach Assam, Nagaland und Manipur. Nicht weil Kolkata keine schöne Stadt wäre, im Gegenteil, sie ist viel besser als ihr Ruf. Aber wir wollen unsere letzten Tage in Indien lieber im abgelegenen Nordosten verbringen als in einer Grossstadt.

Insbesondere Nagaland, ganz im Nordosten ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Kohima, der Hauptort dieses Staats, ist nur mit dem Bus über eine holprige Bergstrasse erreichbar. Dieser Ort hat im Zweiten Weltkrieg einige Berühmtheit erlangt, da hier der japanische Vormarsch Richtung Indien von einer Handvoll alliierter Soldaten gestoppt wurde.

Kohima selber ist eine attraktive Kleinstadt und der ideale Ausgangsort für Exkursionen in die vielen Nagadörfer in der Umgebung. Wir verbrachten zwei Nächte in Konoma, einem dieser sehr ursprünglichen Bergdörfer. Das Homestay in dem wir lebten wird von einem alten Nagaehepaar geführt. Vor allem der Hausherr war eine wahre Goldgrube für Infos über das Leben und die Geschichte Nagalands und der Nagas. Die Volksgruppe der Nagas besteht aus verschiedenen Clans mit eigenen Sprachen und Gebräuchen. Früher gefürchtete Krieger und Kopfjäger, leben sie heute vor allem vom Ackerbau. Viele der alten Traditionen, wie zum Beispiel der Ältestenrat oder die verschiedenen Tänze, werden allerdings immer noch stolz aufrechterhalten.

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Im Konoma Homestay

Von Konoma aus haben wir in einer schönen Tageswanderung das Dzukoü Tal erkundet. Da die Wege zwar gut gangbar aber gar nicht ausgeschildert sind, empfiehlt es sich die Wanderung mit einem Führer zu unternehmen. Wir hatten das Glück, dass der Götibub unserer Gastgeber gerade Zeit hatte und uns führen konnte. Obwohl erst etwa 12 Jahre alt, konnte er doch alle unsere Fragen zu den Pflanzen und der Gegend beantworten. Nach diesen Letzten schönen Tagen im gar nicht mehr so „indischen“ Indien, machten wir uns auf den Weg nach Imphal, dem Letzten Stopp vor der Myanmarischen Grenze. Oder zumindest wollten wir uns auf den Weg machen…

Die Nordöstlichen Grenzstaaten waren lange Zeit politisch sehr instabil. Dass sich dies erst jetzt nach und nach am Ändern ist, merkten wir als wir unser Busticket nach Imphal kaufen wollten. An dem Tag als wir reisen wollten war nämlich gerade ein grösserer Streik angesagt, was bedeutet, dass jeglicher Überlandverkehr zwischen den Städten unterbrochen ist. So mussten wir halt unsere Weiterreise um einen Tag verschieben. Zum Glück haben wir einen Reservetag eingeplant, da ja das Datum für unseren Grenzübertritt fix war.

Die Busfahrt von Kohima nach Impahl verlief relativ unspektakulär. Nach einer letzten Nacht in Imphal machten wir uns am morgen früh in strömendem Regen auf um mit dem Minibus an die Grenze zu fahren. Da auf dieser Strecke regelmässig Waffen nach Indien geschmuggelt werden, mussten wir verschiedenste Checkpoints von Armee, Polizei und anderen, nicht klar definierten Einheiten durchqueren. An diesen Kontrollposten wurden wir aber ausnahmslos zuvorkommend und professionell behandelt. Nach rund 6 Stunden im Minibus waren wir dann schlussendlich in der Grenzstadt Moreh, wo wir uns teils wehmütig, teils freudig von Indien verabschiedeten.

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