Luang Prabang

Luang Prabang war ein Ort, an dem wir uns augenblicklich wohl fühlten. Der alte Kern der früheren Königsstadt ist gesäumt von hölzernen Häusern und alle paar Schritte findet man ein Wat (Tempel oder Klosteranlage). Die Stadt liegt zwischen dem Mekong Fluss und dem Nam Khan Fluss, auf einer schönen Halbinsel.

Wir haben ein kleines Hotel in einem alten Holzhaus mit Blick auf den Mekong gefunden. Da bei unserer Ankunft bereits alle „richtigen“ Zimmer belegt waren, wurden wir die erste Nacht in einer feuchten Besenkammer ohne Fenster untergebracht. Dafür war das Zimmer, welches wir für die zwei darauffolgenden Nächte hatten umso besser. Es wäre für uns kein Problem gewesen, unsere Zeit einfach auf dem Balkon unseres Zimmers zu verbringen, die Menschen auf der Strasse zu beobachten oder zu lesen, und uns dabei mit tropischen Früchten den Bauch vollzuschlagen.

Ganz so langweilig wollten wir dann aber doch nicht sein und haben auch etwas unternommen. Wir besuchten das Wat Xienthong, dessen Dach fast bis zum Boden reicht und laut unserem Reiseführer die Flügel einer Mutterhenne darstellen. Eines Morgens sind wir in aller Frühe aufgestanden, um Zeugen des allmorgendlichen Rituals des Almosengebens zu werden.

Dazu ziehen die Mönche der unzähligen Klöster Luang Prabangs in Einerkolonne durch die Strassen, um ihre Nahrungsmittel von den Menschen entgegen zu nehmen. Da buddhistische Mönche, ausser um medizinische Hilfe und Wasser, um nichts bitten dürfen, wird ihnen das Essen als Almosen abgegeben. Nach dem Sammeln müssen die erhaltenen Nahrungsmittel bis um 12 Uhr verzehrt und das übrigbleibende Essen weggeschüttet werden. Da es unhöflich ist, beim Geben der Almosen höher zu stehen als die Mönche, kauern die meisten Leute dazu am Strassenrand oder sitzen auf kleinen Schemeln.

Etwa eine einstündige Rollerfahrt von Luang Prabang entfernt befinden sich die Kuang Si Wasserfälle. Hier hat sich wieder einmal gezeigt, dass es sich lohnt einige Schritte weiter zu gehen als nur bis zur markierten Aussichtsplattform.  Die Kuang Si Fälle sind nämlich die wichtigste Attraktion in der Nähe von Luang Prabang und jeden Tag drängen sich hunderte in und um die türkisgrünen Pools. Nur wenige Meter oberhalb des Aussichtspunktes hingegen, befindet sich der wohl schönste Infinitypool von ganz Laos. Wenn man nämlich dem Trampelpfad entlang des Wasserfalls folgt, erreicht man nach einigen Minuten eine Stufe im grössten Wasserfall. Dort hat sich ein Pool gebildet, von dem aus man gemütlich und ungestört das Treiben am Fusse des Wasserfalles beobachten kann. Wie cool ist das denn! 🙂

In Laos sind wir hauptsächlich auf den Flüssen unterwegs gewesen, so auch um von Luang Prabang aus weiter zu reisen. Unser Weg führte uns diesmal in zwei Tagen nach Houayxay. Die Fahrt mit einem grossen Motorboot auf dem Mekong war wenig Ereignisreich aber sehr schön. Wir sassen mit dutzenden anderen Westlern auf bequemen Autositzen, der Fahrtwind blies uns ins Gesicht und wieder einmal zog das Uferleben gemütlich an uns vorbei. Diese entspannende Art zu Reisen war genau das Richtige, denn als nächstes wartet China auf uns. Wir verstehen keine der unzähligen Sprachen dieses Landes, haben bisher keinen Reiseführer und auch keine Ahnung was uns dort erwartet. Wir wissen nur, dass wir dreissig Tage nach unserer Einreise in China an der Grenze zu Kirgistan sein müssen. Da wird es wohl einen Monat lang nicht ganz so entspannt zu und her gehen…