Lijiang und Lugu Lake

Von Kunming aus fuhren wir das erste Mal Zug in China. Unsere Reise führte uns ins berühmte Lijiang, einem kleinen Örtchen (über 1 Mio Einwohner) im nordwestlichen Teil Yunnans. Nach einigen Tagen in diesem Kulturpark fuhren wir per Bus zum Lugu Lake. Dieser  See befindet sich ganz im Norden von Yunnan, an der Grenze zur Provinz Sichuan.

Lijiang

Die Provinz Yunnan ist bekannt für die vielen verschiedenen Volksgruppen, welche teilweise noch ihre alten Traditionen pflegen. In dieser Region treffen tibetanische, südostasiatische und hanchinesische Gebräuche aufeinander, was das Reisen in Yunnan extrem spannend und abwechslungsreich macht.

Lijiang ist die Hauptstadt des Naxi Volkes und speziell schön, da der alte Stadtteil noch gut erhalten ist. Die verwinkelten Kopfsteinpflastersträsschen sind gesäumt von alten Holzhäusern und unzähligen Trauerweiden. Viele kleine Kanäle winden sich durch die Altstadt und können auf schönen Steinbrücken überquert werden. Die Stadt selber zieht jährlich hunderttausende inländische Touristen an weshalb auch kein Mangel an Cafés und Restaurants herrscht. Wenn man dem ganzen touristischen Zirkus etwas aus dem Weg geht, ist es ein ganz friedlicher Ort mit wunderschönen Ecken. Da es hier nun auch nicht mehr so heiss war wie noch in Laos, haben wir es besonders genossen durch die Strassen zu schlendern, in Cafés zu sitzen und Menschen zu beobachten.

„Die Wanderung“

Nachdem wir alle Gässchen in der Altstadt erkundet hatten, machten wir uns auf zum Black Dragon Pool. Dieser chinesische Garten liegt am Fusse eines kleinen Hügels, von dem aus man eine gute Aussicht über das Dorf hat. Obwohl der Weg gepflastert und absolut ungefährlich ist, mussten wir am Start einen Kontrollposten passieren. Dort wurden wir auf die Gefahren dieser Wanderung hingewiesen und darüber aufgeklärt, dass der Aufstieg nur in Gruppen von mindestens vier Personen möglich sei… Nach einigem verständnislosen Kopfschütteln wurden wir dann kurzerhand mit einem chinesischen Pärchen zusammen eingetragen und konnten die Wanderung antreten.

P1100136.JPG
Der Black Dragon Pool in Lijang

Der Aufstieg dauert etwa eine halbe Stunde, die Aussicht ist schön und man kann über eine andere Route wieder zurück nach Lijang spazieren. Dummerweise haben unsere zwei chinesischen Begleiter nach rund 20 Minuten erklärt, dass sie nicht mehr weitermögen und deshalb gerne umkehren würden. Super! Nach einigem hin und her haben wir uns entschieden alleine weiterzugehen. Dieser Spaziergang lohnt sich wirklich, denn die Aussicht auf Lijang ist atemberaubend und die gut unterhaltenen Wanderwege bieten eine ruhige Alternative zu den Touristenstömen in der Altstadt. Wieder unten angekommen mussten wir noch einmal an einem Kontrollposten vorbei. Obwohl wir nur noch zu zweit unterwegs waren interessierte diesmal die Gruppengrösse niemanden mehr (wenn man sich vorstellt, was alles mit unseren Begleitern hätte passiert sein können…).

Lugu Lake

Unser nächstes Ziel war Lige am Lugu Lake. Um diesen See herum wohnt das Volk der Mosuo, welche immer noch traditionell in matriarchalisch geführten Clans leben. Hier wird das Eigentum über die Mutter an die Tochter vererbt, Frauen führen den Haushalt, können mehrere Ehemänner haben und die Grossmütter ziehen die Enkel gross.

Der See ist wirklich wunderschön und hat uns stark an den Vierwaldstättersee erinnert. Hätten wir etwas genauer gelesen, wären wir auch nicht so überrascht gewesen, als unser Bus bei der Anreise einen kurzen Halt einlegte und alle 100 Yuan Eintrittsgebühren für die Region bezahlen mussten. So ganz nachvollziehbar ist es für uns immer noch nicht, weshalb man Eintritt bezahlen muss um einen See, einen sehr schönen zwar, aber trotzdem nur ein See, zu sehen. Wir müssen allerdings auch zugeben, dass die ganze Gegend verhältnismässig sauber war. Vielleicht ja gerade deshalb. An verschiedenen Orten in China hatten wir den Eindruck, dass der Natur nur bei touristischen Attraktionen Rücksicht getragen wird. Als ob alles, was nicht von der Regierung als schön und sehenswert deklariert und deshalb mit einem Eintrittspreis belegt wird, auch keinen Wert hätte…

P1100229.JPG
Der teure Lugu Lake

Am Lugu Lake haben wir hauptsächlich entspannt und ganz zu Sevi’s Missfallen einen Sonntagsspaziergang gemacht. Als sich dieser Spaziergang dann aber zu einem Streifzug durchs Unterholz ausdehnte und wir uns ein bisschen verirrten, war er wieder ganz begeistert. Nach dem ganzen Jubel und Trubel in Lijiang, war diese angenehm relaxte Atmosphäre genau das Richtige für uns.

Vom Lugu Lake aus machten wir uns auf nach Xiahe in Sichuan, wo Tibetanische Mönche und gepfeffertes Essen auf uns warteten.

Unterkunft am Lugu Lake
In Lige (am Nordwestufer des Sees) gibt es unzählige günstige Hotels. Wir bezahlten 10$ für ein Doppelzimmer mit Dusche, direkt am See.
Anreise
Tägliche Busse (2 – 3 mal umsteigen, ca. 9h) von Lijang nach Shangluoshui 上(落水) am Südwestufer des Sees. Tickets können am Busbahnhof in Lijang gekauft werden.
Von Shangluoshui nach Lige (里格) mit dem Sharetaxi (bargain hard!).
Abreise
Fast alle Unterkünfte am See können dir Bustickets organisieren (am besten am Vortag buchen).
Entweder auf gleichem Weg wieder zurück, oder mit dem Sharetaxi nach Luguhuzhen (泸沽湖镇) am Ostufer. Von dort aus verkehren täglich Busse nach verschiedenen Destinationen in Sichuan.

 

3 thoughts on “Lijiang und Lugu Lake

  1. Liebe Pämi und Sevi
    ein heimlicher Fan eures Reiseblogs meldet sich endlich
    Schon seit Beginn verfolge ich eure Reise und bin begeistert über eure Einträge. Wünsche euch weiterhin eine wunderbare Zeit zu zweit und Staunen und Abenteuer auf der Entdeckungsreise in der wunderschönen Schöpfung Gottes.
    Liebe Grüsse von uns allen
    Beatrice und Familie

    1. Übrigens zum Thema Wandern in China. In anbetracht, dass wir die Chinesinnen auf unserer Wanderung im Laoshan nationalpark in Qingdao in Ballerina und High Heels wandern sahen, ist es vielleicht besser sie sind in Gruppen unterwegs…
      Wir haben sie aber auch sehr übervorsichtig erlebt. Auf der Great Wall in Bejing gab es eine Sommerrodelbahn, die wir schnell heruntersausen wollten. Doch bei jeder Kurve sass ein Chinese, der uns zurief: Langsam, bremsen.. und vor uns eine schar chinesen, die dies sehr ernst nahmen. So schlichen wir statt fuhren die Rutschbahn runter….

      1. Liebe Beatrice
        Es hat uns sehr gefreut von euch und eurem Rodelerlebnis zu hören. Und ja, wir haben auch die eine oder andere aussergewöhnliche Wanderausrüstung gesehen.
        Morgen ist ja wahrscheinlich grosses Familientreffen… Wir wünschen euch viel Spass!
        Liebe Grüsse aus Bishkek.

Schreibe einen Kommentar zu Haab Beatrice Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.