Indien Top 4

Nach beinahe drei Monaten in Indien gibt es viel zu erzählen. Wollten wir das alles niederschrieben, würde uns die Zeit fehlen neue Erlebnisse für weitere Artikel zu machen. Deshalb beschränken wir uns jetzt hier auf vier der interessantesten Orte die wir besucht haben.

Diu
Diu ist eine kleine Insel im Süden des Staates Gujarat an der Westküste von Indien. Bis im Jahr 1961 war Diu portugiesisches Hoheitsgebiet und somit eine der letzten Kolonien weltweit. Heute wird die Insel nicht durch den angrenzenden Staat Gujarat, sondern direkt durch die Regierung in Delhi verwaltet. Den südeuropäischen Einfluss kann man immer noch am Baustil der alten Häuser, in der mediterranen Küche und in den Gesichtern der Menschen erkennen.
Hier hatten wir die coolste Unterkunft bisher – auf dem Dach einer alten, weiss getünchten Kirche mit wunderbarem Ausblick über Diu Town bis ans Meer. Die sehr einfache Unterkunft namens São Tome Retiro liegt in der Nähe eines gemütlichen Cafés, des O’Coqueiro, wo wir jeweils mit einem reichhaltigen Zmorgen unseren Tag starteten.
Die Insel kann man gut mit einem gemieteten Roller oder Motorrad erkunden. Als Motorradanfänger haben wir es sehr genossen, dass der Verkehr hier nicht so hektisch ist wie in anderen Teilen des Landes. Mehr über unsere Erfahrungen mit dem Strandleben in Diu kannst du hier nachlesen.

Hampi
Alte Tempel, süsse Äffchen, eindrückliche Natur und eine ruhige, gechillte Atmosphäre haben Hampi im Staat Karnataka zu einem unserer Favoriten gemacht. Der ursprüngliche Name dieses Ortes war Vijayanagar (Stadt des Sieges) und sie war die Hauptstadt eines früheren Hindureiches. Viele der Tempel wurden während einer muslimischen Belagerung in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts schwer beschädigt. Trotzdem konnten wir noch viele Einzelheiten erkennen und waren beindruck von der Kunstfertigkeit der Steinbildhauer.
Während einer geführten Velotour konnten wir auch noch den Königspalast mit den schönen Pavillons, dem Elefantenstall und dem Bad der Königin besuchen. Interessant war, dass sich auch hier die Menschen, wie im alten Rom, mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem das Schleppen von Wasserkrügen erspart haben.
Ein cooles Erlebnis war, als wir im grossen Virupaksha Tempel auf die Tempel-Elefantin Lakshmi trafen. Sie nahm die Spenden der gläubigen entgegen und hat diese dann jeweils durch auflegen ihres Rüssels gesegnet.

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Im Hintergrund der Sommerpavillon der Königin

Gokarna
Gokarna liegt ca. 60 km südlich vom Staat Goa an der Küste des Indischen Ozeans. Das Städtchen ist zwar eine der vielen heiligen Städte im Hinduismus, jedoch kommen die meisten westlichen Touristen hierher um dem Kommerz in Goa zu entfliehen.
Trotz der Touristen und Pilger haben wir es als sehr ruhigen Ort empfunden und uns hier so richtig entspannt. Der Strand ist gesäumt mit Bambushütten, welche während der Saison als Restaurants dienen. Viele dieser Kleinbetriebe bieten zudem noch Unterkünfte in Bungalows und Bambushütten an. Hier hat Sevi das beste Müsli mit grosszügigem Fruchtsalat genossen und Pam konnte ungestört im Meer baden, wie sie es sich gewohnt war.
Ein lohnenswerter Tagesausflug ist die Wanderung den Stränden entlang Richtung Süden. Vorbei am Kudlee und am Om Beach führt ein schmaler Trampelpfad über Klippen und Wälder. Schlussendlich erreicht man den versteckten Paradiese Beach, wo wir die hohen Wellen genossen haben. Diese versteckte, kleine Bucht ist den ganzen Weg wert.  Ausser einigen Ananasverkäufern gibt es hier nichts ausser Ruhe und Meer. Am Abend sind wir dann mit einem kleinen Motorboot wieder retour zur Om Beach gefahren wo wir uns einen feinen Milkshake gönnten.
Für alle die sich fragen wo eigentlich alle Hippies über 60 geblieben sind, keine Angst. Es geht ihnen gut. Sie sind alle in Gokarna.

Varanasi
In dieser heiligen Stadt treffen die Gerüche von frischen Blumen, verbrannten Leichen, menschlichen und tierischen Exkrementen, orientalischem Räucherwerk sowie Chai und frischem Gemüse aufeinander und vermischen sich zu einem einzigartigen Duft. Varanasi liegt im Staat Uttar Pradesh direkt am heiligen Fluss Ganges.
Viele Ghats (Steinstufen) erstrecken sich entlang des Flusses, wo Pilger und gläubige Varanasier die tägliche Waschung vornehmen um sich zu heiligen, sowie ihre Opfer aus Blumen und Kerzen auf dem Fluss treiben lassen. An den Burning Ghats, den Krematorien, häufen sich die Holzlager. Täglich werden hier ca. 80 Leichen verbrannt, was pro Körper gut drei Stunden braucht, während dem die Angehörigen in Trauer daneben stehen. Gläubige die in Varanasi sterben, glauben sofortiges moksha (Erleuchtung) zu erreichen, weshalb viele kranke und alte Hindus diesen Wohnort wählen.
Das ganze heilige Durcheinander, die Puja (Zeremonie) am Abend, die morgendlichen Rituale auf den Dächern der Wohnhäuser, sowie einfach das ganze Leben an den Ghats hat uns gefallen. Es war unglaublich spannend und auch emotional die Szenen an den Burning Ghats zu sehen, wo der Tod ganz natürlich zum Leben dazugehört.
Sehr schön war es, als wir in einem Boot noch vor Sonnenaufgang den Ghats entlang fuhren und das Erwachen der Stadt beobachten konnten.


2 thoughts on “Indien Top 4

  1. Hallo Ihr Lieben
    Es ist ein wunderschönes (in Leinenstoff gewickeltes und mit roten Siegeln zugeklebtes) Packet für euch angekommen aus Kolkata von G. Ahmed. Im Moment ziert es als Dekoartikel das Sekretärzimmer, bis Ihr wieder heimkommt…
    Alles Gute, Danke für jedes Lebenszeichen.
    Chrigi und Andi

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