Budapest

Im Vorfeld unserer Reise haben wir von verschiedenen Seiten nur Gutes über die 1.7 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Ungarns gehört. Dementsprechend gross sind unsere Erwartungen als wir am Mittwochmittag in Budapests grösstem Bahnhof Keleti ankommen.

Bei seiner Eröffnung im Jahr 1884 galt dieser als einer der modernsten Bahnhöfe Mitteleuropas. Zu diesem Schluss wird heutzutage definitive niemand mehr kommen, da die Anlage ihre besten Tage offensichtlich hinter sich hat.

Die Grösse des Bahnhofs, die Menschenmassen und die fehlenden Beschriftungen führen zu einer kurzen aber heftigen Orientierungslosigkeit, welche wir aber gekonnt überwinden, indem wir einfach mal drauflos marschierten. Nach einiger Zeit finden wir den geheimen zweiten Billettschalter, an welchem wir ein Ticket für die Weiterreise nach Beograd erstehen, sowie die Toilette, die uns einen Einblick in die hygienischen Bedingungen des Mittelalters ermöglicht.

Nachdem diese wichtigen Dinge geklärt sind, machen wir uns auf, zu unserem Zeltplatz im südlichen Teil von Pest. Kein Witz, die Stadt Budapest besteht seit dem Zusammenschluss der drei zuvor unabhängigen Städten Pest, Buda und Óbuda im Jahr 1873 und die einzelnen Stadtteile tragen immer noch diese alten Namen.

Da unsere Stundenlangen Spaziergänge durch die alten Prachtstrassen Budapests wahrscheinlich die wenigsten von euch im Detail interessieren werden und es bei uns bald ums Nachtessen geht, will ich mich auf zwei unserer Highlights konzentrieren. Einerseits das Kiraly Fürdõ und andererseits das Mandragóra Kavehaz. Gespannt? Weiterlesen!

Kiraly Fürdõ

Budapest ist bekannt für seine Bäderkultur. Wo sonst also könnte man besser entspannen als in einem der ältesten und traditionsreichsten Therme der Stadt. Zugegeben, das Kiraly ist sicher nicht die Edelste der vielen Badeanlagen, dafür aber günstig und mit einer unschlagbaren Atmosphäre. Der Bau des Bades wurde im Jahr 1565, durch den osmanischen Pascha Arslan von Buda, begonnen und einige Jahre später durch seinen Bruder fertiggestellt. Das Bad besteht aus einer Reihe von einzelnen Becken mit Wassertemperaturen von 26°C bis 40°C, Saunas, Dampfräumen und einer Parkanlage. Und das alles in einem historischen Gebäude aus dunklem Naturstein und glasierten Kacheln. Sehr empfehlenswert! Wir haben uns den Besuch auf den letzten Tag aufgespart, um am Abend schön entspannt mit dem Zug weiter nach Belgrad reisen zu können.

Mandragóra Kavehaz

Nach einem kräftezehrenden Wellnessmarathon im Thermalbad kommt eine Stärkung im Restaurant Mandragóra genau richtig. Seit zwei Generationen im Besitz der Gleichen Familie, was in Budapest eine Seltenheit ist, bietet der ehemalige Klub kreative und supergünstige Mittagsmenues aus hauptsächlich lokalen Zutaten. Unsere Karotten- Ingwer Suppe und das Risotto waren auf jeden Fall genial. Solltest du also einmal im Nordöstlichen Teil von Buda hungrig werden, so wäre dieses Restaurant sicher keine schlechte Adresse.

Alles in allem gefällt uns Budapest ziemlich gut, insbesondere einige der historischen Gebäude sind wirklich eindrücklich. Wir können uns dem bedingungslosen Lob aber nicht unbedingt anschliessen, da wir die Stadt insgesamt als eher eintönig erlebt haben. Eventuell ist dieses Urteil nicht ganz fair, weil wir eher schlechtes Wetter hatten und darum alles ziemlich grau war. Aber so richtig aus den Socken gehauen hat uns diese Stadt noch nicht.

So, um 22:30 fährt unser Zug nach Belgrad. Wir sind massiv gespannt, wie sich diese Stadt, von der wir wenig wissen, ausser dass sie 1999 von der NATO bombardiert wurde, präsentieren wird.

Ihr hört von uns.

8 thoughts on “Budapest

  1. Hoi zäme
    Tönt ja spannend und macht lust uf thermalbad

    Schribed witerhin so flissig isch spannendi fiirabiglektüre

    Gnüsseds grüäss vo de frisch vermählte

  2. Da hett aber öpper sini historische Huusuufgabe gmacht, oder guet kopiert 😉
    Bin gspanne uf di wiitere Bricht, au wenns schlächt sinnd fürs eigete Fernweh…
    Lg Lukas

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