Beograd

Beograd. Von den Kelten Singidun und den Römern Sigidunum genannt. Teil des Römischen-, des Byzantinischen-, des Bulgarischen-, des Habsburgischen sowie des Osmanischen Reichs. Hauptstadt des Königreichs-, und des sozialistischen Jugoslawiens, von Serbien Montenegro und zurzeit der Republik Serbien. Über die Jahrhunderte unter anderen von den Hunnen, den Türken, und den Ungaren zerstört. 1999 Ziel mehrerer Luftangriffe der NATO.

Eine Stadt mit einer bewegten Geschichte, aber alles was wir uns auf der neunstündigen Zugfahrt dorthin erhofften war, dass es wärmer würde als in Budapest. Es wurde.

Als wir am Samstagtagmorgen um 07: 30 Uhr ankamen, waren unsere Prioritäten ziemlich klar: 1. Kaffee, 2. Internet. Ersteres um die Schlaflose Nacht zu überwinden, das Zweite um ein Hostel zu finden, so dass die folgenden Nächte nicht ebenso würden.

Nach einigem Suchen und einem ersten Spaziergang durch die Stadt fanden wir eine passende Unterkunft. Unglücklicherweise war zu dieser frühen Stunde nur ein verschlafener Asiate im Hostel zu finden, der, wie sich dann herausstellte, auch keine Ahnung hatte wo die Angestellten sind. So konnten wir nicht gleich unser Zimmer beziehen, sondern mussten uns noch einige Stunden in den Gassen vor dem Hostel um die Ohren schlagen. Schlussendlich haben wir unser Zimmer aber doch noch erhalten und uns sofort daran gemacht den verpassten Schlaf aufzuholen.

Die folgenden zwei Tage waren mit gemütlichem Sightseeing ausgefüllt. Wir kamen einstimmig zum Schluss, dass Beograd, so die direkte Übersetzung aus dem Kyrillischen, definitiv ein Städtetrip Geheimtipp ist. Alte Festungen, Museen, wunderschöne Pärke und szenige Quartiere mit Bars und Kaffees wechseln sich stetig ab und alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sind bequem per ÖV erreichbar. Tageskarten für das gesamte Stadtnetz sind günstig und können bei der freundlichen Kioskfrau erstanden werden.

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Streetart ist allgegenwärtig

Auf dem Kalemegdan, einer Festung die ursprünglich von den Kelten im 3. Jh. Gegründet wurde, bietet sich ein hervorragender Rundblick auf die Stadt, sowie den Zusammenfluss von Donau und Save. Einige der Mauerabschnitte werden jedoch von, mit Trillerpfeifen bewaffneten, Wächtern beaufsichtigt, die sicherstellen, dass keine Touristen auf die verbotenen Mauerkronen steigen. Glücklicherweise sind diese verbotenen Bereiche sehr klar definiert, wenn auch nicht sichtbar markiert. Wenn man also an einer Stelle ein Foto machen möchte und dazu auf die Mauer steigt und angepfiffen wird, kann man versuchen sich einige Meter auf derselben Mauer nach links oder rechts zu verschieben. Die Chance ist gross, dass diese Stelle dann absolut in Ordnung ist.

Auch im Kalemegdan – Komplex befindet sich das Militärhistorische Museum, welches einen guten Überblick über die Ausrüstungen der verschiedenen Armeen gibt, welche im Bereich der heutigen Republik Serbien aktiv waren. Besonders interessant ist die Vitrine, in der ein originales Sturmgewehr 90 der Schweizer Armee ausgestellt ist. Leider haben wir die Serbischen Informationstafeln nicht verstanden, es wäre sicher spannend gewesen zu erfahren wo die Beste Armee der Welt noch so alles involviert war.

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Sturmgewehr 90 im Militärhistorischen Museum Belgrad

Sicher nicht der Schweizer Armee zuzuschreiben, sind die Schäden durch die Luftangriffe von 1999. Einige der beschädigten Gebäude, wie zum Beispiel das Verteidigungsministerium wurden bisher noch nicht repariert und verleihen dem Strassenbild eine eigentümliche Atmosphäre. Ein Soldat, welcher das Gebäude bewachen musste, hat uns erklärt, dass diese Gebäude bisher als Denkmal in ihrem Zustand erhalten würden, aber auf nächstes Jahr ein Neubau an dieser Stelle entstehen soll.

Einige Minuten ausserhalb der Stadt liegt die Ada Ciganlija, eine Insel in der Save mit einem riesigen künstlichen See. Die ganze Insel wird als Naherholungsgebiet genutzt und ist übersät mit Strandbars, Restaurants und Kaffees. Im Sommer, während der Hochsaison ist hier wahrscheinlich kein Durchkommen. Im Herbst jedoch, bieten die dann ruhigen Strandbars eine gemütliche Umgebung um den letzten Nachmittag in Belgrad zu verbringen und sich auf die bevorstehende Bahnfahrt nach Skopje zu freuen.

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