Azerbaijan in 5 Tagen

Wir haben unser Visum für Azerbaijan bereits in Bishkek beantragt. Die azerbaijanische Botschaft dort ist berühmt – berüchtigt dafür, nur ungern Touristenvisas auszustellen. Deshalb haben wir uns für die einfachere Lösung eines 5 Tages Transitvisums entschieden.

Als wir es dann endlich auf die Fähre (Frachtschiff) geschafft hatten und die Überfahrt über das Schwarze Meer nach Azerbaijan begann, freuten wir uns riesig bald wieder in Georgien zu sein. Leider wurden wir aber wieder durch einen Sturm aufgehalten und mussten zwei Tage in einer Bucht ankern, da das Schiff anscheinend dem Wetter nicht gewachsen war. Wer hätte gedacht, dass auf so einem kleinen Meer solche Stürme auftreten können…

Als die Chasperli Theater Hörspiele dann irgendwann etwas langweilig wurden und uns die Lust am Lesen verging, wurde es doch etwas eintönig auf dem Schiff. Deshalb waren wir froh, als am Abend des zweiten Tages die Fahrt weiter ging. Am nächsten Morgen sahen wir bereits die Küste Azerbaijans mit ihren unzähligen, teilweise verlassenen, Bohrinseln vor uns.

Gegen Abend kamen wir in Baku an und sollten am Morgen im Hafen einlaufen können. Wir gingen also schlafen. Kurz nach 23.00 Uhr wurden wir dann aber geweckt. Wir seien im Hafen und müssen das Schiff sofort verlassen, die Zollbeamten wollen Feierabend machen. Also sind wir am Abend um 23:30 Uhr in Azerbaijan eingereist. Schade nur, dass unser erster Tag in diesem Land so nur 30 Minuten gedauert hat.

Tag 1

30 Minuten, da gibt es nicht viel zu erzählen. Wir haben die Einreiseformalitäten erledigt und uns auf eine lange Nacht in einem Teahouse eingerichtet. Der Hafen befindet sich nämlich rund 70 Km südlich von Baku und um diese Uhrzeit verkehren natürlich keine Busse mehr in die Stadt.

Tag 2

Die Nacht war wirklich lange. Da wir in einem Teahouse waren, konnten wir uns natürlich nicht einfach auf den Boden legen und schlafen. Deshalb haben wir mit den Securityleuten zusammen indische Filme auf azerbaijanisch geschaut und Tee getrunken. Die Leute waren unglaublich grosszügig und gastfreundlich und wollten nicht einmal, dass wir all den Tee bezahlten den wir in dieser Nacht getrunken haben.

Am frühen Morgen fanden wir dann einen Transport in die Stadt, haben uns eine Unterkunft gesucht und etwas ausgeruht. Am Nachmittag machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Die Altstadt Bakus hat uns gut gefallen und bereits ein wenig an eine europäische Stadt erinnert.

Tag 3

Man weiss ja, dass es unserer lieben alten Erde nicht so gut geht. Dass es aber gar so schlimm ist, hätten wir nicht gedacht. Sie hat Durchfall, die Arme!

Pflp, Pflp!
„Pflp, Pflp!“

So hat es auf jeden Fall ausgesehen (und getönt) als wir die Mudvolcanoes südlich von Baku besuchten. Es gibt nur wenige dieser „Vulkane“ weltweit und die meisten davon befinden sich in Azerbaijan. Es handelt sich dabei um Stellen, an denen Gase aus dem Erdinneren austreten. Dabei blubbert eine schlammige Mischung aus Ton und Wasser gleich mit. Der Unterhaltungswert dieser Hügel ist ziemlich gross. Als es uns aber nach einer Weile doch langweilig wurde besuchten wir noch das Petroglyphenmuseum im Nachbarort. Es war sehr erstaunlich zu sehen wie ähnlich die Felszeichnungen hier denjenigen waren, die wir in Kirgistan gesehen haben. Wieso das so ist haben wir auch nicht herausgefunden. Falls es jemand weiss, uns interessiert es!

Danach ging die Reise über Nacht weiter. Wir fuhren mit dem Zug nach Sheki, einem kleinen Städtchen im Norden des Landes.

Tag 4

Sekhi war früher ein wichtiger Knotenpunkt auf der alten Seidenstrasse und heute ist es ein kleines Städtchen in dem man noch etwas vom Landleben Azerbaijans sehen kann. Dort haben wir den Tag mit erkunden verbracht. Wir haben alte Strassen, Paläste und Karavansereien, aber auch Spezialitäten der azerbaijanischen Küche entdeckt (vielleicht liefern wir bei Gelegenheit noch das eine oder andere Rezept nach).

Tag 5

Am fünften Tag haben wir uns schon aufgemacht nach Georgien. Nach einem Besuch des Marktes in Sheki, wo wir unseren Reiseproviant aufgestockt haben, fuhren wir mit dem Bus an die Grenze.

Leider haben wir nicht sehr viel von diesem spannenden, kleinen Land gesehen. Aber die Vorfreude bald wieder in Georgien zu sein, liess uns nicht lange trauern.

2 thoughts on “Azerbaijan in 5 Tagen

  1. Hoi Zäme
    Da ich schon lange nichts mehr von Euch gehört habe, habe ich mal im Geschäft nachgefragt und war froh zu hören, dass ihr wohlauf wieder in der Schweiz angekommen seit. Auf jeden Fall Danke für die immer spannenden Berichte und ein gutes Einleben wieder zu Hause. Ich hatte ungefähr gleich lange um wieder anzukommen wie ich weg war – ich hoffe es fällt euch leichter. Liebe Grüsse Susanne

  2. Sali mitenand!
    So, jetzt hanis au gschafft, endli eue Reiseblog zlesäHa vor ca. 2 Wuche agfange und bi hüt morge am 7ni fertig wordeWie scho vielmal gschribe worde, isch jede Bricht wüki sehr spannend, interessant und leehrrich Merci! Den wünschi eu na en guete reste Spurt oder es guets ahhcho, wener scho dihei sind
    Ganz liebi Grüäss + hugs vo Bachebüli, nüm Beateberg, und au sicher vom JügeSeibyll

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