Athen bis Istanbul

Von Athen bis Istanbul sind wir sehr schnell gezogen, weil wir gemerkt haben, dass das Euroland Griechenland unser Budget ganz schön strapaziert. Dementsprechend K.O. waren wir auch als wir schlussendlich in Istanbul ankamen.

In Athen haben wir nur zwei Mal übernachtet, was natürlich für eine kulturell so reichhaltige Stadt nicht annähernd ausreicht. Dennoch haben wir einen Grossteil des Touristenprogramms absolviert und haben die Akropolis gesehen, sind durch die malerischen Gassen geschlendert und haben unseren Ouzo getrunken. Obwohl Athen extrem touristisch ist und auch Ende September immer noch viele Leute anzieht, war uns die Stadt sehr sympathisch. Wir waren beeindruckt von den vielen alten Gemäuern und dass man beim Schlendern in der Innenstadt vor lauter historischen Städten kaum vorankommt.

Eigentlich hätten wir einen Bus direkt von Athen nach Istanbul nehmen können. Da wir aber eher Zug fahren wollen, lösten wir erst mal ein Billet bis nach Alexandroupolis. Die 14 stündige Fahrt dorthin begann abends um 12:00 Uhr und war ziemlich anstrengend, da der Zug komplett voll war mit Leuten, welche via Thessaloniki nach Nordeuropa fahren wollten. Wir haben nun schon einige Abschnitte unserer Reise über Nacht gemacht. In der Regel geht das ganz gut und wir kommen zu etwas Schlaf. Oft bedeutet dies dann aber trotzdem einen gemütlichen Folgetag mit schlendern, Kaffee trinken und auf Bänken faulenzen. Nicht so in Alexandroupolis. Nach der Ankunft erwischten wir gerade noch einen Bus nach Orestiada in Nordostgriechenland und von dort nach Kastanea an der türkischen Grenze. Als wir in Kastanea aus dem Bus stiegen, begann eine der bemerkenswertesten Geschichten die wir bisher erlebt haben. Sie heisst:

„Zwei müde Reisende und die böse Schwiegermutter“

Es war einmal, vor nicht allzu langer Zeit in einem fernen Land, zwei Reisende, welche schon lange mit ihrem Hab und Gut unterwegs waren um die Welt zu entdecken. An einem ganz gewöhnlichen Reisetag, trafen Sie nichts ahnend und müde in Kastanea, einem unscheinbaren Dörfchen an der Griechisch-Türkischen Grenze ein. Sie waren auf dem Weg nach Edirne um dort zu übernachten

Als die beiden aus dem Bus ausstiegen, bewegte sich das ganze Reisevolk zielstrebig zu Fuss Richtung Grenzposten. Da unsere beiden Wanderer die Gegend und die lokalen Gebräuche und Sitten nicht kannten, sprachen sie zwei einheimische Mädchen an, welche ebenfalls mit im Bus waren. Diese waren ob der Frage wo es denn nach Edirne gehe hoch erfreut, da sie selber aus diesem Ort stammten. Wild gestikulierend, ununterbrochen türkisch sprechend und Selfies schiessend nahmen sie die beiden Wanderer mit und führten sie wohlbehalten über die stark befestigte Grenze.

Hinter der Grenze, die Dämmerung war bereits hereingebrochen, wurden die beiden Reisenden auf Türkisch zuerst zu einer Fahrt im privaten Auto der Einen, anschliessend noch zu Tee und Kaffee ins Stammlokal der Anderen eingeladen. Nach einem kurzen Blick in die Zukunft mittels Kaffeesatz-lese-app (Baby, Baby, Baby, und Money, Money, Money) wurden unsere beiden Wanderer (ja genau, die müden) wieder ins Auto verladen und zur Familie des einen Mädchens gefahren. Nach einem freundlichen Empfang und einem kurzen Schwatz folgte auch sogleich die Einladung, doch über Nacht zu bleiben, es sei noch eine Wohnung in einem Nebengebäude frei. Den Wanderern war dieses Angebot natürlich lieb, dennoch fragten sie aus Rücksicht viele male nach, ob es denn wirklich keine Umstände mache. „No, no, no problem, of course not!“

Einige Zeit später, sie war am Duschen, er so gut wie am Schlafen, klopfte es plötzlich an der Tür. Draussen stand händeringend und ganz aufgelöst die Gastgeberin. Aus nicht weiter erklärten Gründen sei die Schwiegermutter ausser sich und wolle unter keinen Umständen, dass die beiden Fremden bei Ihr übernachteten. Natürlich musste sie sich den Anordnungen der Schwiegermutter fügen und mit vielen entschuldigenden Worten entliess die Gastgeberin unsere zwei müden Wanderer in die Nacht.

Da tauchten ploetzlich wie aus dem Nichts die zwei einheimischen Mädchen wieder auf und verfrachteten die beiden Reisenden in ein günstiges, gutes Hotel in der Innenstadt.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so sind sie immer noch auf Reisen.

Ende

Nach diesem lustigen Erlebnis wollten wir definitiv noch mehr von der Türkei. Auf Istanbul, an der Grenze zwischen Europa und Asien freuten wir uns schon lange. Deshalb nahmen wir uns vor, dort einige Tage zu bleiben, voraussichtlich von Anfang an im Hostel, um die Stadt genau zu erkunden.

5 thoughts on “Athen bis Istanbul

  1. hihi, so guet eui gschicht! eui biiträg sind spannend und mr lernt grad na chli öppis über d gschicht.
    ich wünsche eu wiiterhin viel spannendi erlebnis grad au mit de verschiedene völker.
    en ganz en liebe gruess

  2. achja, und besucht das „mama shelter“-restaurant, oder „5.kat“. oder die „balkon“-bar.
    die ersten beiden sehr teuer, aber ihr werdet wissen, warum ich’s euch empfohlen habe, wenn ihr dort seid…. 🙂

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